„CAM in Europa - quo vadis? - Ausübung und Weitergabe von traditionellem Heilwissen"
Ansprüche an eine interdisziplinäre Forschung für die Bereiche Qualitätssicherung, Wirksamkeitsnachweis und Ausbildung
13./14. November 2010 im Bundesministerium für Gesundheit in Wien (A)
Presseinformation zum 4. ANME-Symposium in Wien
Eine kurze Zusammenfassung der Ergebnisse von Nora Laubstein, Vorsitzende von ANME e.V., die Präsentationen finden Sie weiter unten:
„Ruf nach einem EU-weiten Verzeichnis für Gesundheitsberufe"
In Zusammenarbeit mit der Nationalagentur für immaterielles Kulturerbe, UNESCO-Österreich war das vierte Symposium der Reihe „CAM in Europe- quo vadis?" einmal mehr ein Beispiel für eine erfolgreiche interdisziplinäre Vernetzung der Traditionellen Medizin/CAM auf europäischem Level. Zahlreiche Vertreter von naturheilkundlichen Fachgesellschaften, Funktionäre der Gesundheitsberufe sowie Vertreter aus Wissenschaft, Forschung und Pharmazie aus den EU-Staaten kamen am 13. und 14.November 2010 zusammen, um gemeinsam zwei aktuelle Fragestellungen zu erörtern:
1. Welche Möglichkeiten gibt es, eine CAM-gerechte Qualitätssicherung mit der berechtigten Sorge des Verbraucherschutzes in Einklang zu bringen?
2. Welche alternativen Möglichkeiten zur bestehenden CAM-Forschungsmethodik bieten sich an?
Die Ergebnisse können sich sehen lassen:
Einstimmig erging die Forderung aller Beteiligten an die EU-Gesetzgeber in Brüssel unter ausdrücklicher Berücksichtigung von Berufsverbänden und Fachgesellschaften sowie nationaler Gegebenheiten, die staatlichen und privaten Gesundheitsberufe zu regeln!
Dies solle in Form eines Verzeichnisses geschehen, welches die Berufe und die damit verbundenen Anforderungen benennt. Dieses Verzeichnis soll akademische und besonders auch die nicht-akademische Berufe aufnehmen. Innerhalb einer vorgegebenen Frist sollen die Berufsverbände in Zusammenarbeit mit den Fachgesellschaften Mindeststandards erarbeiten, welche die zukünftige Grundlage aller zukünftigen Ausbildungszertifikate bilden. Nach Ablauf der Frist übernimmt der EU-Gesetzgeber die Umsetzung. Somit wäre ein einheitlicher Wert von zertifizierter Ausbildung innerhalb der Gesundheitswirtschaft aller EU-Länder gewährleistet. Das gegenwärtige Wirrwarr von Bescheinigungen und Verunsicherung des Verbrauchers wäre damit beendet und eine allgemeine Qualitätssicherung auf Mindestniveau ermöglicht.
In Bezug auf die CAM-Forschung wurde deutlich:
Der Wunsch nach einem interdisziplinärem Ansatz, gekoppelt an die Forderung dem individuellen Charakter der CAM gerecht zu werden, wurde verdeutlicht durch den Wunsch die Kulturanthropologie (hier in konkreter Form als „Immaterielles Kulturerbe") mit einzubeziehen!
Der Mensch als Ganzes, somit auch kulturelles Wesen, solle in Zukunft die Grundlage einer der CAM gerecht werdenden Forschung sein! Um sich den Behandlungsprinzipien der CAM zu nähern, ist es nicht ausreichend auf rein physikalischer und chemischer Ebene zu forschen. Das Thema wird gegenwärtig nicht vollends erfasst und lediglich Teilbereiche zu Studien genutzt.
ANME sieht in diesen Ergebnissen die Aufforderung, die kommenden zwei Jahre hier als Schwerpunkt tätig zu werden. Die Bevölkerung der EU-Staaten nutzt täglich und mit steigender Tendenz die Traditionelle Medizin/CAM. Die Vertreter der Politik fehlen - trotz mehrfacher Einladungen - halten sich bedeckt, sind verhindert oder nicht zuständig.
Worauf warten eigentlich unsere nationalen und europäischen Volksvertreter?
Die spezifisch weiterführenden Beiträge der Referenten, die uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurden, werden im Folgenden dargestellt.
Programm (pdf)
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